Nun zieh'n die kalten Nebel
vom Erlengrund her übers Feld.
Und wird noch kälter werden
in unserer bedrohten Welt.
Und ist nicht viel geerntet
in 13 Jahren und ein Tag.
Nun wird sich manches wenden,
was mancher nicht gewendet mag.

 

Die Scheuer eingefahren -
das taten die, die's immer tun,
zu Maultrommeln und Flöten
und immer zu dem gleichen Lohn.
In die Kartoffelfeuer
blasen sie ihre kalte Wut
und tragen Ohrenschützer
und stochern schweigend in der Glut.

Wer läßt jetzt Drachen steigen
im rauchgewürzten Stoppelwind?
Zu solchen Sommerträumen
lacht nicht nur das gebrannte Kind.
Was soll das Bunt der Wälder,
wenn saurer Regen es entfacht?
Und die Kastanienwärme
in deiner Hand nährt den Verdacht.

Der Tau tropft schwarz von Zweigen,
am toten Geleise krächzen Kräh'n.
Wer jetzt ein Haus hat, läßt es
für niemanden mehr offenstehn,
hängt Strohpuppen ins Fenster,
und mancher betet in der Nacht.
Es werden Schüsse knallen,
die Treiber sammeln sich zur Jagd.
 

Nun zieh'n die kalten Nebel
vom Erlengrund her übers Feld.
Und wird noch kälter werden
in unserer bedrohten Welt.
Und trotzdem steck ich Äpfel
in meinen Ofen, sing dies Lied,
und baue einen Drachen,
der feuerrot,
der feuerrot,
der feuerrot
im Abend fliegt.

 

 

Franz Josef Degenhardt, Herbstlied aus "Lullaby zwischen den Kriegen", 1983

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Kluntje Pott Jever

 

 

 

 

 

 

 

"Scarf bombing" und "Wrap up" - eine Aktion aus Kanada breitet sich immer mehr aus: Schals und Mützen, auch Winterjacken und Pullover, an Laternenmasten und Bäumen, zum Mitnehmen  für Obdachlose.

 

In Deutschland leben etwa 860000 Menschen auf der Straße.

 

In Ungarn wird nicht die Armut bekämpft, sondern die Armen: Obdachlosigkeit ist dort jetzt eine Straftat.

 

 

 

 

 

 

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