"In Bayern dürfen die im Einigungsvertrag zugelassenen Fußgängersignalbilder (Ampelmännchen) nicht verwendet werden."

 

Einführungserlaß  zu den "Richtlinien zu Lichtsignalanlagen" des Bundesverkehrsministeriums (2016)

 

 

 

Die Regierung von Schwaben hat darüberhinaus die Stadt Sonthofen angewiesen, die zum Weltfrauentag 2013 aufgestellten Ampeln abzubauen.

 

 

 

Ampelfrauen gibt es in Leipzig, Köln, Fulda, Erfurt, Offenbach, Magdeburg, Kassel, Fürstenwalde - aber nicht in Bayern.

 

In Augsburg  gibt es in der Nähe der "Augsburger Puppenkiste" eine Kasperle-Ampel.

 

 

Also: in Bayern Kasperle: ja, aber Frauen: nein!

 

Die Stadt Worms würdigt Martin Luther mit einer Ampel - zum 500jährigen Jubiläum des Wormser Reichstags, an dem Luther auftrat.

 

         

 

Trier feiert seinen großen Sohn Karl Marx ebenfalls mit einer Ampel.

 

         

 

Und Mainz hat ganz selbstverständlich sein Mainzelmännchen.

 

 

 


 

 

In Eichstätt - das liegt in Bayern ... - gibt es eine Kreuzung von 4 Straßen ( wohl normal für eine Kreuzung) und einem Bahngleis. Der Umbau dieser Kreuzung kostete 1,25 Millionen €.

 

Die Kreuzung hat nun 37 (!!!) Ampeln. Einige davon wohl ohne nutzbares "grün".

 

www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/DKMobil-Verkehr-Eichstaett-Verkehr-Duemmer-geht-s-immer;art575,3866310

 

 


 

 

   

 

"Traffic Light Tree", Lichtskulptur von Pierre Vivant, in London

 

 


 

 

Immer wieder schön: der ganz normale Schilder-Wahnsinn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Einige von Ihnen müssen sich gestern gedacht haben: "Warum läuft denn dieser doofe Hundebesitzer mitten auf dem Weg? Da kann man ja gar nicht in Ruhe rasen."

Nun, liebe Radfahrer, ich mache das - halten Sie sich fest - um uns alle zu schützen. Ja, Sie haben richtig gelesen: ich will Sie nicht ärgern, sondern uns ALLE vor Schaden bewahren.

Das haben Sie sich jetzt nicht gedacht, richtig?

 

Nun, genau genommen, können Sie tatsächlich rein gar nichts gedacht haben, denn sonst wären Sie ja vielleicht selbst draufgekommen.

 

Aber ich bin ja nicht so und erkläre es Ihnen:

Ihr Superbike hat Superreifen und bekommt regelmäßig eine Super-Wartung. Da quietscht und rattert nix, da hört man in vielen Fällen nicht einmal Rollgeräusche (jedenfalls nicht auf Entfernung). Nehmen wir also an, Sie erreichen mit Ihrem Superbike in der Ebene eine Geschwindigkeit von locker 30 bis vielleicht gar 40 km/h. Und das fast lautlos.

Plötzlich sehen Sie in einiger Entfernung vor sich ein Herrn und sein Hund. Ich (der Hundehalter) laufe aus Rücksicht auf alle, die da kommen könnten, rechts am Wegrand. Ebenso mein Hund, der schnüffelt und die Welt um sich herum vergisst.

 

"Toll", denken Sie. "Der Herr versteht uns Radfahrer, da kann ich einfach durchrasen. Der Weg gehört mir!" Dass wir Sie weder hören noch sehen (hinten keine Augen und so...), dieser Gedanke kommt Ihnen nicht. Wozu auch denken? Der Weg ist ja frei. Also: Vollgas!

Doch in dem Moment, als Sie direkt hinter uns sind, schert mein Hund ohne Vorwarnung, einer Spur folgend, aus. Direkt vor Ihr Rad. Sie (der Mensch mit Rad) verfügen blöderweise nicht über die Reflexe von Spiderman, sondern steigen in diesem Moment über den Lenker ab (kein Spaß, egal bei welcher Geschwindigkeit). Mein Hund ist verletzt und Sie selbst haben höchstwahrscheinlich auch den einen oder anderen Knochen gebrochen.

Nun denken Sie sich vielleicht: "Mistköter - der gehört doch an die Leine." Doch dieses Szenario endet immer gleich. Denn selbst wenn ich meinen Hund an einer noch so kurzen Leine hätte (sagen wir mal ein Meter), dann kann mein Hund jederzeit zu irgendeiner Seite ausscheren. Und kurze Leine plus mein Arm ergibt noch immer: direkt vor Ihrem Rad.

Deshalb laufe ich mitten auf dem Weg. Damit auch Sie begreifen: "Oh, da läuft einer mitten auf dem Weg, da sollte ich mich bemerkbar machen, um ihn und mich nicht zu gefährden und vielleicht mal ein bisschen langsamer fahren." Eine Glocke zu benutzen, wäre auch sinnvoll!

Nehmen wir also an, Sie fahren mit Ihrem Superbike und sehen in einiger Entfernung vor sich einen Mensch mit Hund. Da der Mensch mitten auf dem Weg läuft, klingeln Sie, rechtzeitig und nicht erst, wenn Sie 2 Meter hinter mir sind. Es wäre auch nett, wenn Sie die Geschwindigkeit anpassen um zu rechtzeitig reagieren zu können.

Ich höre das Klingeln, rufe meinen Hund zu mir oder rufe ihm "Platz" zu (je nach Position) und werfe in dem Moment einen Blick über die Schulter, um die Situation richtig erfassen zu können und den herannahenden Radfahrer (also Sie) nicht zu behindern.

 

Einen Moment später ist der Weg frei und Sie können rücksichtsvoll vorbeifahren. Während Sie dies tun, grüßen wir uns freundlich und der Tag wird schön.

 

Und? Was denken Sie? Welches Szenario tut weniger weh?

 

Übrigens muss das nicht einmal zwingend mit Hund stattfinden. Es funktioniert auch genauso mit Pferden, Kindern, Rentnern und allem, was sich auf dem Weg befindet.

 

Also: Augen auf, Hirn an und allzeit gute Fahrt!

 

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